Songs und Kompositionen

Friedenslied

von Thomas Rohde-Stephani

Zu meinem Friedenslied habe ich im Vorfeld viele Gedanken, Bilder und Ideen zusammengetragen. Am Ende ist dann doch ein eher einfaches Video herausgekommen. Den Gebrauch von religiösen Symbolen habe ich bewusst vermieden. In dem Lied ist durch Text und Musik alles gesagt.

Als musikalische Basis dient Alexander Skrjabins E-Dur-Etüde Opus 8 Nr. 5. Das Wort „Friede“ kommt in dem Video einer Reihe ausgewählter europäischer Sprachen vor: Мир (russisch, serbisch, mazedonisch), mir (kroatisch, slowenisch), peace (englisch), pace (italienisch), pax (lateinisch), vrede (holländisch und flämisch), fred (dänisch und norwegisch). Das Wort „shanti“ ist unseren für mich immer wieder sehr inspirierenden indo-europäischen Wurzeln geschuldet. Das Wort „Shalom“ ist Referenz an die jüdisch-christliche Prägung unserer Kultur und Gesellschaft.

Wache Zeitzeugen können in den Sprachen die Kriegsparteien der ebenso blutigen wie barbarischen Jugoslawien-Kriege (1991-ca. 1999) erkennen. Vielleicht kennst du dieses historische Ereignis unter dem krass verharmlosenden Wort „Balkan-Konflikt“. Durch die NATO waren neben Deutschland und den USA auch viele weitere europäische Staaten wie Belgien, die Niederlande, Dänemark und Norwegen beteiligt. Die körperlichen und seelischen Verletzungen dieses im weltweiten Vergleich eher kleinen Krieges wirken bis heute prägend und tief traumatisierend auf die davon berührten Gebiete und die in ihnen lebenden Menschen. Sie hatten – anders als die ebenfalls betroffenen Kämpfer*innen der auswärtigen Kriegsparteien und ihre Angehörigen – faktisch keine Chance, sich gegen den Krieg zu entscheiden. Er kam einfach zu ihnen. Neben politischen, nationalistischen und rassistischen Ideologien spielten auch religiöse Identitäten auf allen Seiten eine unrühmliche Rolle.

Besonders aber liegt mir am Herzen, an dieser Stelle einen Meinungsbeitrag zu leisten: Wie sollen wir miteinander und der Welt, in der wir leben, umgehen? Damit wir nicht in immer kürzeren Abständen von einer neuen Pandemie heimgesucht werden. Damit wir uns eben nicht in schöner Regelmäßigkeit immer neue Cocktails der Medizin-Industrie in die Venen jagen lassen müssen. Laut WHO ist die Übertragung von Tier zu Mensch der wahrscheinliche Übertragungsweg solcher Katastrophen. Dieser Weg wäre sofort versperrt, würden wir endlich mit der verniedlichend „Nutztierhaltung“ genannten, in Wirklichkeit jedoch brutalen und weitgehend emphatiefreien Ausbeutung unserer intelligenten und fühlenden Mitgeschöpfe aufhören!

Klavierlied

von Thomas Rohde-Stephani

Anfang der 1980er Jahre, als mir dieser kleine Song einfiel, empfand ich ihn als eine lästige Ablenkung. Er störte mich bei der Konzentration auf die großen klassischen Werke, denen ich mich als junger, hochbegeisterter Musikstudent mit Haut und Haar verschrieben hatte. Hätte ich der kleinen Melodie – kaum mehr als eine „Hookline“ – einen eigenen Namen gegönnt, hätte ich sie wahrscheinlich „Hau ab, du lästiger Ohrwurm“ genannt!

Nach einigen Wochen passierte das auch. So gründlich, dass die kleine Melodie erst 25 Jahre später wieder in Erscheinung trat. Ich befand mich gerade auf dem Weg zu einer Probe und erinnerte mich sofort an sie. Zugleich erblickte ich mich selbst in meiner jugendlichen Gestalt – gut 20 kg leichter, und vollständige Kopfbehaarung bis zu den Schultern. Wegen dieser eindrücklichen Selbstbegegnung über die Grenzen von Raum und Zeit hinweg nannte ich den „neuen“ Song „Hello Thomas“. Das Stück machte besonders meinen Klavierschülern viel Spaß. Es fand Verwendung in einem Wettbewerb für (Noch)-Nicht-Klavierspieler. In einer Klangnest-Veranstaltung dieser Zeit erfand ich den B-Teil, zu dessen Klängen ich Mütter und Kleinkinder tanzen ließ.

In gewisser Weise ist es mein „Opus null“. Es kam mir in den Sinn viele Jahre bevor ich erkannte, dass ich komponieren kann.

Inzwischen hat „Hello Thomas“ – auch inspiriert vom „Klangnest daheim“ – einen Text und einen neuen Namen bekommen. Ich verspürte den Drang, den Song als Video der Welt bekannt zu geben. Hier ist er also, mit Klavier, Gesang und Klangnest-Instrumenten, und mit meinem Avatar „Tim“. Außer uns beiden kommen zehn für mich wichtige musikalische Köpfe vor. Sie begleiteten mich in den Jahren und Jahrzehnten, die das Klavierlied brauchte, um sich zu finden: #bach #billyjoel #duke #gershwin #liberace #liszt #mozart #rowlf #schroeder #skrjabin.

Zu jedem dieser Köpfe könnte ich locker ein ganzes Buchkapitel erzählen. Von dem einen oder anderen werdet ihr vermutlich hier von mir hören. Aber jetzt (noch) nicht, denn: Die Zeit, in der ich meine Person hinter die Bedeutung anderer Singer und Songwriter zurückstellte, liegt hinter mir. Habt Spaß mit meiner ersten ganz und gar eigenen Komposition und bleibt mir und uns aufs herzlichste gewogen!

Schau das Licht sei gut zu Dir

Song mit Material von Ludwig van Beethoven

Beethoven und ich, das ist eine lange Geschichte. Keine Angst, ich erzähle sie hier nicht ;)). Ich will nur zwei Aspekte schildern, die mit „Für Elise“ zusammenhängen. Jene Musik, die dem Song „Schau das Licht“ zugrunde liegt.

Mein wichtigster Lehrer und Mentor – sowohl als Pianist als auch als Lehrer – war Peter Feuchtwanger (1930 – 2016). Anders als die übrigen Professoren spielte er damals in den 1980er Jahren niemals selbst. Er wollte, dass jeder und jede von uns seine bzw. ihre eigene, ganz persönliche Spielweise entwickelt. Er war umgeben von Pianisten und Pianistinnen in allen Erwachsenenaltern. Wir hätten sein Spiel sofort in der einen oder anderen Weise nachgeahmt. So wie wir zum Beispiel auch seine Art zu gehen „drauf hatten“.

Umso erstaunter war ich, als ich im Sommer 2018 aus einer Laune heraus „Peter Feuchtwanger“ bei YouTube eingab und zu meiner Überraschung auch fündig wurde. Es war eine Handvoll Videos, die ihn in Unterrichtssituationen zeigten. In einem Video spielte er das bekannte Anfangsmotiv von „Für Elise“ am Klavier und sang dazu „lalalalala be good to you“. Ich war überrascht und so gerührt! Das ist nicht mehr und nicht weniger die musikalische Essenz seiner zutiefst menschenfreundlichen Pädagogik. Jener Pädagogik, die mein Musiker- und Musiklehrerleben prägend beeinflusst hat.

Ein zweiter Aspekt ist der, dass ich „Für Elise“ schon viele tausend Mal von Schülern gehört habe. Für manche mag das nicht sonderlich verlockend klingen. Für mich ist es jedoch ein Quell immer neuer Freude. In der Musik zeigt mir die spielende Person ihren innersten Wesenskern. Eine Folge von Tönen erkennt das Ohr recht schnell. Aber das menschliche Wesen und sein Charakter ist unerschöpflich.

In meiner Songfassung – ursprünglich fürs „Klangnest daheim“ entstanden – habe ich einige Gedanken zur Musik, zu unserer Natur und zu unserem Leben ganz allgemein zusammengefasst. Ich hoffe, es gefällt Euch. Viel Spaß damit!

Bild Kompositionen
Es vollzog sich langsam. Ohne Plan. Geahnt hatte ich es schon als Jugendlicher. Als fertig ausgebildeter Musiker war es mir nicht klar. Überlagert von anderslautenden Mindsets, wollte es ans Licht, strebte leise aber doch hörbar ins Bewusstsein: Ich bin jemand, dem neue Musik zufliegt. Es fing an mit kurzen und irgendwie speziellen Stücken. Zu einigen gibt es interessante und verrückte Geschichten.
 
Zum Beispiel „Hello Thomas“:
 
Als ich mit 17 Jahren bereits in Köln lebte, hatte ich einen Ohrwurm. Wochenlang turnte ein flottes Liedchen in meinen Gehörgängen. Wieder und wieder lenkte es mich von der Musik ab, die ich damals studierte. Irgendwann war es wieder weg.
 
Etwa 25 Jahre später, auf dem Weg zu einer Bandprobe, kam mir das kleine Lied von damals wieder in den Sinn. Ein volles Vierteljahrhundert nach seiner ersten Erscheinung! Zugleich hatte ich das sehr eigenartige, fast körperliche Gefühl einer Begegnung mit mir selbst als 17-jährigem. Deshalb nannte ich das Stück „Hello Thomas“. Ich setzte ein Blues-Schema darunter, und fertig war der neue Klavierstunden-Hit.

Anscheinend gibt es einen Ort, an dem sich alles befindet, was jemals war. Zu Glück haben wir nur selten und nie umfassend Zugang. Wie ginge es uns wohl, wenn auf alles, was jemals war, ständig uneingeschränkten Zugriff hätten …?!

Das „Chinesenlied“ ist auch so eine Geschichte.

Es entstand zufällig und aus dem Moment heraus, durch ein Au-pair-Mädchen, das bei uns lebte. Immer wieder war sie um den Flügel im Wohnzimmer herumgeschlichen. Endlich sagte sie: Sie würde so gerne selbst Klavier spielen. Es sollte aber ohne Mühe und ohne extra Üben sein. Während ich den Flügeldeckel öffnete, kam mir die Idee zu einem Lied. Ich zeigte es ihr, und bereits nach fünf Minuten konnte sie es spielen.

Sie war die erste von ungezählten Schülerinnen und Schülern, die mit dem Chinesenlied die ersten Schritte auf dem Klavier unternahmen und ihren Spaß hatten.

Das Ur-Chinesenlied besteht nur auf der kurzen Melodie mit der Begleitung. Bei den beiden Aufnahmen sind vorher ein paar Takte Intro zu hören. Unendlich viele Variationen und Abwandlungen sind möglich. Einige von ihnen stehen in den Noten. Dazwischen ist Platz zum Improvisieren. Viel Spaß!

Als gesungenes Lied heißt das Chinesenlied „Einzweidreifünfvier“. Schaut mal hier das Video:

Ein anderer Hit meiner Ohrwurmfarm ist „Achso“:

Die Noten für „Achso“ gibt es in gedruckter Form als Download (Notenpaket mit „Achso“ und „Achso latin“).

Gerne dürft ihr die Aufnahmen und Noten verwenden und teilen. Ich freue mich über Eure Berichte und Erfahrungen. Hier könnt ihr schreiben und Bilder, Tonaufnahmen und Filme hochladen.